Landing Page erstellen: der einzige Satz, mit dem alles beginnt
Eine Landing Page ist eine einzelne Seite mit einem einzigen Ziel: Besucher zu einer Aktion zu bringen, anmelden, kaufen, anrufen. Sie funktioniert, weil sie nicht ablenkt.
Konkret leistet eine gute Landing Page vier Dinge:
- Sie testet eine Idee messbar, statt dass du rätst
- Sie validiert vor der Entwicklung, bevor du Zeit in Code steckst
- Sie funktioniert mit einem Fake-Door-Test: Seite online, Interesse messen, dann erst bauen
- Sie zwingt dich, dein Angebot auf einen einzigen Satz zu reduzieren
Genau das ist der Punkt beim Landing Page erstellen: kein Menü mit zehn Unterseiten, keine Ablenkung. Anders als deine normale Website, die alles Mögliche abdecken will, hat eine Landing Page nur einen einzigen Job. Du testest eine Idee, ein Angebot, eine Zielgruppe, und misst, ob Leute reagieren.
Ich hab das am Anfang selbst falsch gemacht. Schönes Design, tolle Icons, ein Video oben drüber, und trotzdem kaum Anmeldungen. Der häufigste Fehler: schönes Design, aber Besucher verstehen in 3 Sekunden nicht, was das Produkt macht.
Landing Page erstellen: die 6 Schritte
Die folgenden Schritte bauen aufeinander auf. Überspring keinen, auch wenn du es eilig hast, denn die Reihenfolge ist der eigentliche Trick.
Schritt 1: Das eine Versprechen festlegen
Bevor du auch nur ein Tool öffnest, schreib einen einzigen Satz: Was bekommt der Kunde, und warum ist das besser als seine jetzige Lösung? Kein Marketing-Sprech, keine drei Vorteile gleichzeitig.
Ein Satz. Beispiel: "Finde profitable SaaS-Ideen mit echten Umsatzzahlen, statt tagelang zu raten." Das ist konkret, das ist ein Ergebnis, das ist verständlich ohne Vorwissen. Wenn du deinen Satz drei verschiedenen Leuten zeigst und alle drei dasselbe verstehen, hast du ihn.
Schritt 2: Above the Fold richtig planen
Above the Fold ist der Bereich deiner Seite, den man sieht, ohne zu scrollen, und er entscheidet, ob jemand überhaupt weiterliest. Hier gehören genau drei Dinge hin: die Überschrift mit deinem Versprechen aus Schritt 1, eine kurze Unterzeile, die es konkretisiert, und ein Button, der die Aktion klar benennt.
Konkret für unser Beispiel von oben könnte das so aussehen: Überschrift "Finde profitable SaaS-Ideen in Minuten", Unterzeile "Echte Umsatzzahlen statt Bauchgefühl, aus über tausend analysierten Micro-SaaS", Button "Jetzt kostenlos starten" statt "Mehr erfahren". Kein Slider, keine drei verschiedenen Buttons, kein Video, das automatisch startet. Je mehr Optionen du oben zeigst, desto mehr Leute entscheiden sich für gar nichts. Das ist keine Geschmacksfrage, das ist einfach, wie Aufmerksamkeit funktioniert.

Schritt 3: Landingpage Aufbau in der richtigen Reihenfolge
Der Landingpage Aufbau folgt idealerweise der Logik, wie ein Fremder Vertrauen aufbaut, nicht der Logik, wie du über dein Produkt denkst. Nach dem Hero-Bereich kommt meistens: das Problem beim Namen nennen, dann deine Lösung, dann sozialer Beweis, dann Einwände ausräumen, dann noch mal ein klarer Call-to-Action.
Viele Gründer drehen das um und packen Features ganz nach oben. Aber niemand kauft ein Feature. Leute kaufen eine Lösung für ein Problem, das sie gerade haben. Erst wenn jemand sich im Problem wiedererkennt, interessiert ihn, wie du es löst.
| Reihenfolge | Häufiger Fehler | Besser |
|---|---|---|
| 1. Hero | Drei Botschaften gleichzeitig | Ein Versprechen, ein Button |
| 2. Problem | Wird übersprungen | Kurz, konkret, in Kundensprache |
| 3. Lösung | Nur Feature-Liste | Feature + Nutzen in einem Satz |
| 4. Beweis | Fehlt komplett | Zahlen, Zitate, echte Namen wo möglich |
| 5. Einwände | Wird ignoriert | FAQ oder kurzer Absatz |
| 6. CTA | Nur einmal ganz oben | Mehrfach, gleicher Wortlaut |
Schritt 4: Text schreiben, der Fragen beantwortet statt Werbung macht
Guter Landing-Page-Text liest sich wie eine Antwort auf eine Frage, die dein Besucher sich gerade stellt, nicht wie eine Anzeige. Formulier jeden Abschnitt so, als würdest du einem Freund am Telefon erklären, was du gebaut hast und warum es ihm hilft.
Vermeide vage Adjektive wie "innovativ" oder "einzigartig". Die sagen nichts. Schreib stattdessen, was konkret passiert: "Du bekommst in 30 Sekunden eine Liste mit fünf Ideen, sortiert nach geschätztem Suchvolumen." Das kann man sich vorstellen. Das andere nicht.
Schritt 5: Landingpage Conversion durch Details erhöhen
Landingpage Conversion entsteht selten durch einen großen Trick, sondern durch viele kleine Reibungspunkte, die du entfernst. Ladezeit unter zwei Sekunden, Formular mit maximal zwei bis drei Feldern, mobile Ansicht genauso durchdacht wie Desktop, und ein Button-Text, der eine Handlung beschreibt statt ein generisches "Absenden".
Ein Punkt, den fast alle unterschätzen: die Zeit zwischen Klick und Ergebnis. Wenn jemand auf "Kostenlos starten" klickt und dann fünf Sekunden lädt oder in einer langen Registrierung landet, verlierst du ihn wieder. Kürzer ist fast immer besser, auch wenn es sich für dich unvollständig anfühlt.
Zur Einordnung, weil die Zahl sonst wenig aussagt: Kalter Traffic bringt oft 1–3 %, weil Leute dich nicht kennen. Bei warmem Traffic, etwa aus deiner eigenen Community oder E-Mail-Liste, sind eher 5 bis 10 % realistisch, weil da schon Vertrauen da ist. Bei bezahltem Such-Traffic mit klarer Kaufabsicht kann es nochmal höher liegen. Das sind oft zitierte Richtwerte aus der Praxis, keine Laborwerte, und ohne diese Unterscheidung nach Traffic-Quelle ist jede pauschale Prozentzahl kaum mehr als eine Richtungsangabe.
Wenn du mehr zur Psychologie dahinter willst, warum Besucher trotz guter Seite nicht kaufen, ist der Artikel zum Conversion optimieren eine gute Ergänzung zu diesem hier.
Schritt 6: Testen, messen, anpassen
Eine Landing Page ist nie fertig, sie ist ein Entwurf, den du laufend verbesserst. Richte dafür ein Ziel-Event in Google Analytics ein, etwa "Formular abgeschickt" als Conversion-Ziel, das ist das erste Event, das du überhaupt brauchst, um zu sehen, wie viele Besucher die Aktion ausführen. Erst wenn das läuft, ergänzt du weitere Events wie "Button geklickt" für einzelne Abschnitte.
Wer wissen will, warum Leute abspringen, nicht nur dass sie es tun, kann zusätzlich Hotjar einsetzen. Schau dir dort zuerst die Heatmap vom Above-the-Fold-Bereich an: Wie weit scrollen Leute überhaupt, bevor sie absprigen? Das zeigt dir sofort, ob dein Hero-Bereich hält, was er verspricht, noch bevor du dich um Feinheiten weiter unten kümmerst.
Teste dann jeweils eine Sache: mal die Überschrift, mal den Button-Text, mal die Reihenfolge der Abschnitte. Nie alles gleichzeitig, sonst weißt du am Ende nicht, was gewirkt hat.
Wenn du unter 1 % liegst, unabhängig von der Traffic-Quelle, ist meistens etwas im Aufbau selbst nicht klar, nicht die Farbe des Buttons.
Wie echte Produkte ihre Landing Page nutzen
Ich hab mir drei erfolgreiche Micro-SaaS angesehen, die das richtig machen. Diode zum Beispiel richtet sich an Hardware-Entwickler und erklärt direkt oben, was das Tool aus Code macht, ohne Umwege über allgemeines Marketing-Vokabular.
Bei B2B-Tools wie Vector, das anonyme Website-Besucher identifiziert, sieht man oft ein anderes Muster: die Landing Page erklärt zuerst ein Problem, das viele Marketer kennen (Besucher kommen, aber niemand weiß wer), bevor überhaupt das Produkt gezeigt wird.
Bei beiden ist die Above-the-Fold-Zone fast identisch aufgebaut: ein Satz zum Problem oder Ergebnis, eine Zeile Kontext, ein einziger klarer nächster Schritt. Das funktioniert quer durch alle Branchen, auch wenn die Zielgruppen völlig verschieden sind.

Landing Page vs. normale Website: was du wirklich brauchst
Viele Gründer bauen am Anfang eine ganze Website mit fünf Unterseiten, obwohl eine einzelne Landing Page völlig reichen würde.
| Landing Page | Normale Website | |
|---|---|---|
| Ziel | Eine Aktion | Information über Firma |
| Umfang | Eine Seite | Mehrere Unterseiten |
| Passt für | Validierung, Launch, Ads | Etablierte Marke |
| Bauzeit | Oft ein bis zwei Tage | Oft mehrere Wochen |
| Ablenkung | Minimal | Menü, Footer, Unterseiten |
Für die Validierungsphase reicht fast immer die Landing Page. Erst wenn du mehrere Zielgruppen oder Produkte hast, die getrennt erklärt werden müssen, wird eine größere Website sinnvoll. Vorher ist sie oft nur zusätzlicher Aufwand, der von der eigentlichen Frage ablenkt: kauft überhaupt jemand?
Falls du parallel schon Interessenten sammelst, bevor das Produkt fertig ist, lohnt sich auch der Artikel zum Warteliste aufbauen, weil sich Landing Page und Warteliste in der Praxis oft ergänzen.
Vom Text zur fertigen Seite: Tools und Umsetzung
Für die technische Umsetzung brauchst du heute kein Entwicklerteam mehr. Ein einfacher Page-Builder oder ein KI-Editor reicht, um Text, Bilder und Formular zusammenzubauen, solang du vorher die Struktur aus den sechs Schritten oben durchdacht hast.
Genau da würde ich selbst ansetzen, statt sofort im Editor rumzuklicken: erst die Idee und Zielgruppe klären, dann die Seite bauen. Wenn du noch nicht sicher bist, ob deine Produktidee überhaupt genug Nachfrage hat, ist Starte.ai mit dem Trend-Finder ein guter erster Schritt, um vor dem Bauen echte Marktsignale statt nur Bauchgefühl zu haben.
Sobald die Idee steht, hilft dir das Blueprint-Tool, aus der reinen Idee einen konkreten MVP-Funktionsumfang und fertige Prompts für deinen KI-Editor (etwa Claude oder Cursor) zu bauen, inklusive der Struktur für genau diese Landing Page.
Bau deine Landing Page nicht als Design-Projekt, sondern als Test für eine Botschaft. Ein Versprechen, ein Button, dann messen. Alles andere kommt danach.
Häufige Fragen
Was gehört auf eine gute Landing Page?
Above the Fold reichen genau drei Dinge: die Überschrift mit deinem Versprechen, eine kurze Unterzeile zur Konkretisierung und ein Button mit klarer Handlungsaufforderung wie "Jetzt kostenlos testen". Alles Weitere lenkt nur ab und senkt die Chance, dass jemand überhaupt reagiert.
Wie ist eine Landing Page richtig aufgebaut?
Nach dem Hero-Bereich folgt idealerweise erst das Problem, dann deine Lösung, dann sozialer Beweis wie Testimonials oder Zahlen, dann Einwände als FAQ und zum Schluss noch mal ein klarer Call-to-Action. Diese Reihenfolge folgt dem Vertrauensaufbau beim Besucher, nicht der Feature-Logik des Gründers.
Was ist eine gute Conversion-Rate für eine Landing Page?
Bei vielen SaaS-Landingpages gilt ein Bereich von 2 bis 5 % als üblich, das hängt aber stark von Traffic-Quelle und Angebot ab und ist keine feste Regel. Liegst du unter 1 %, steckt das Problem meistens im Aufbau der Seite selbst, nicht in Details wie der Button-Farbe.
Was ist der größte Fehler beim Erstellen einer Landing Page?
Die meisten bauen zuerst eine hübsche Seite und denken erst danach über Conversion nach, dabei sollte es umgekehrt laufen. Am Anfang steht der eine Satz, den der Besucher in drei Sekunden verstehen muss, und erst darum herum wird die Seite gebaut.
Geschrieben von
Bohdan BernatekGründer, Starte.ai
Gründer von Starte.ai. Hat ein Business mit über 125.000 organischen Leads und siebenstelligem Umsatz aufgebaut — und begleitet heute Gründer persönlich dabei, aus den Daten tausender echter Projekte eine Strategie für ihre eigene Marke abzuleiten und die Creatives dafür zu produzieren.



