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Werbe-Creatives erstellen: Der Prozess, der wirklich wirkt

So gehst du beim Werbe-Creatives erstellen vor – von Marktforschung über Angles bis zum perfekten Hook, der wirklich stoppt.

Illustration zu Werbe-Creatives erstellen

Werbe-Creatives erstellen: intro

Ein Creative ist nicht einfach ein schönes Bild oder ein witziges Video. Ein Creative ist die visuelle oder textuelle Antwort auf eine konkrete Frage deiner Zielgruppe — es zeigt, dass du ihr Problem verstanden hast, und deutet an, wie deine Lösung es löst. Ohne gute Creatives läuft selbst das beste Produkt ins Leere. Mit ihnen werden durchschnittliche Angebote zu Bestsellern.

Ich sehe das ständig: Gründer investieren Tausende in Werbeanzeigen, aber die Werbemittel selbst werden in einer Stunde zusammengehackt — Stock-Fotos, generische Hooks, keine Varianten. Dann wundern sie sich, warum die Kampagne flop ist. Dabei ist genau der umgekehrte Ansatz richtig: Die Creatives verdienen 80 % der Arbeit.

Hier zeige ich dir den Prozess, mit dem wir über hunderte Projekte hinweg Werbe-Creatives erstellen — Schritt für Schritt, ohne Rätselraten.

Was ist ein Creative wirklich?

Ein Creative ist ein einzelnes Werbemittel — Bild, Video, Carousel-Post, Textanzeige — das speziell darauf ausgerichtet ist, eine bestimmte Zielgruppe zu stoppen, ihre Aufmerksamkeit zu halten und sie zum nächsten Schritt zu bewegen (Klick, Formular, Kauf).

Klingt abstrakt, ist aber konkret: Ein Creative ist nicht der ganze Funnel, sondern eine Einheit, die eine Botschaft, ein Gefühl und einen Call-to-Action in sich trägt. Es kann scheitern oder funktionieren — daran gemessen wir.

Worauf du bei einem guten Creative achtest — die Checkliste

Bevor du eine Zeile schreibst oder auf den Auslöser drückst, sparen dir diese Kriterien Zeit und Geld:

  1. Es beantwortet die Frage sofort. Ein Viewer hat maximal 2–3 Sekunden. Kein Rätsel, kein Aufbau über mehrere Sekunden — sofort klar, worum es geht.

  2. Es passt zur Brand Voice. Wenn deine Marke direkt und ehrlich ist, soll das Creative ehrlich wirken. Wenn deine Marke verspielt ist, soll man das sehen. Dissonanz tötet Conversion.

  3. Der Hook arbeitet, nicht nur die Grafik. Ein gutes Bild ohne Hook ist Dekoration. Ein starker Hook ohne gutes Design wirkt spammig. Beide zusammen → Zauber.

  4. Es zeigt, nicht erzählt. „Schöne Haut" ist schwach. Einen Menschen mit sichtbar besserer Haut zu zeigen, ist stark.

  5. Es ist testbar und variierbar. Ein Creative, das nur in Singular existiert, ist ein Spielautomat. Drei bis fünf Varianten pro Woche (andere Hook, anderer Angle, anderes Format) sind der Standard.

  6. Es hat einen messbaren Job. Calls dich an? CPM niedrig? CTR hoch? Jedes Creative sollte einen KPI haben — der Auftrag muss klar sein.

sechs quadratische kacheln in zwei reihen, jede mit einem icon und kurzer bezeichnung: hourglass + sofort, palette + marke, blitz + hook, auge + zeigen, drei quadrate + varianten, lupe + metrik. saubere grafik, schwarz-weiß mit einer farbe, keine texte im bild

Schritt 1: Marktforschung — Was läuft wirklich?

Das erste, was fast alle Gründer überspringen: Sie schauen nicht, was andere in der eigenen Nische bereits erfolgreich machen.

Meine Frage an dich: Hast du in den letzten zwei Wochen 20 Konkurrenz-Ads aus deinem Markt gesehen? Nicht nur eines, sondern 20, um Muster zu erkennen?

Das ist der erste Schritt. Öffne TikTok, Instagram, Google Ads, Facebook — und sammle:

  • Welche Anzeigenmotive erscheinen immer wieder? (Das bedeutet, sie laufen Geld.)
  • Welche Hooks stoppen dich? (Der Text oben, der Hook im Video.)
  • Welche Gefühle werden getriggert? (Neid, Angst, Begierde, Lachen, Staunen?)
  • Welche Format-Varianten gibt es? (Carousel, Video, Single Image, Collection?)
  • Wer ist die Zielgruppe auf dem Bild/Video? (Alter, Geschlecht, Kontext, Kleidung, Setting?)

Schreib das auf. Nicht „interessant" — konkret. Beispiel:

Konkurrenz A: Video (15s), zeigt Vorher/Nachher des Produkts in Aktion, Hook oben: „Du machst das immer noch falsch", Zielgruppe: Frau 30–45, Home-Setting, Ton: ungeduldig und amüsant. Läuft seit 2 Monaten.

Das ist nicht Inspiration — das ist Intel. Und es erzählt dir exakt, welche Angle in deinem Markt Aufmerksamkeit kriegt.

Schritt 2: Angle definieren — Der Blickwinkel auf dein Produkt

Ein Angle ist die spezifische Perspektive, aus der du dein Angebot zeigst. Dasselbe Produkt kann aus 10 verschiedenen Winkeln erzählt werden — jeder weckt andere Menschen auf.

Beispiel: Ein Onlinekurs zum Schreiben von Landingpages.

  • Angle 1 (für Anfänger): „Ohne Struktur ist deine Landingpage Schrott" — Schmerz + Lösung.
  • Angle 2 (für Fortgeschrittene): „Du brauchst nicht mehr Besucher, du brauchst bessere Creatives oben auf der Seite", Umdenken.
  • Angle 3 (für Bootstrapper): „Mit 5 Sätzen mehr CLR verdoppelt sich dein Umsatz", Konkreter Output.
  • Angle 4 (für Procrastinator): „Zwei Stunden Audit und wir sagen dir, was kaputt ist", Sicherheit durch Kontrolle.
  • Angle 5 (für Solo-Gründer): „Die meisten Gründer verschwenden 40 % ihrer Werbebudgets auf falsche Überschriften", Zeitersparnis.

Jeder Angle spricht eine andere Sorge oder Neugierde an. Und jeder führt zu unterschiedlichen Creatives.

Wie findest du deine Angles?

  1. Schreib auf: Was sind die 5 größten Sorgen deiner Käufer? (Nicht Vermutungen, wenn möglich, aus echten Gesprächen.)
  2. Für jede Sorge: Was ist die paradoxe Wahrheit, die sie nicht sehen?
  3. Für jeden Angle: Was ist der konkrete Vorteil in einer Zeile?

Schritt 3: Hook entwickeln, Der Stopper

Ein Hook ist die erste Zeile Text oder die erste halbe Sekunde Video, die entscheidend ist. Sie muss stoppen.

Im Feed mit 100 anderen Posts. Auf TikTok mit Menschen, die swipen. In der Google-Anzeige mit zwei Konkurrenz-Ads daneben.

Es gibt sieben Hook-Patterns, die sich in der Praxis immer wieder bestätigen, ich habe sie hier detailliert auseinandergenommen, aber hier sind die drei, die in Creatives immer funktionieren:

Pattern 1: Das Widerspruch-Hook „Die meisten Gründer machen das falsch" / „Dein Product Manager sabotiert dich" / „Du wirst nie profitabel, wenn du das tust"

Funktioniert, weil es etwas bezweifelt, das der Viewer glaubt, richtig zu machen. Neugier entsteht.

Pattern 2: Das Gefühl-Hook „Das hätte ich früher wissen sollen" / „Mir ist das gerade erst klargeworden" / „Ich bin wütend"

Zieht, weil Emotionen schneller stoppen als Logik. Authentizität spielt mit.

Pattern 3: Das Zahl-Hook „Drei Menschen haben mir heute eine Nachricht geschrieben, die alle das gleiche Problem haben" / „350+ Shops nutzen den Prozess jetzt"

Landet, weil Zahlen konkret sind. Sie wirken real.

Bei jedem Angle drei bis fünf Hooks schreiben und testen, nicht nur einen. Ein Hook läuft, ein anderer floppt. Das ist normal.

drei smartphone-displays nebeneinander, jeder zeigt einen anderen hook-text oben auf dunkelm grund mit weißem text, darunter jeweils eine illustration (blitz für widerspruch, herz für gefühl, zahl für statistic). minimalistische grafik, mobile-format-proportionen

Schritt 4: Varianten erstellen, Der Multiplikator

Hier passiert die Magie, die fast alle ignorieren.

Du hast einen Angle. Du hast drei Hooks. Jetzt kombinierst du sie nicht einfach mit einem einzigen Bild. Du erstellst Varianten, unterschiedliche Kombinationen aus Hook, Bildstil, Format und Angle.

Warum? Weil deine Zielgruppe nicht homogen ist. Eine Person bleibt bei einem Video mit Text-Overlay stehen. Jemand anderes scrollt weiter, aber würde stoppen, wenn das Bild ihr Gesicht hätte oder wenn es ein Carousel wäre.

Eine typische Wochenproduktion, wenn du beginnst, Anzeigenmotive systematisch zu produzieren, sieht so aus:

5 Creatives pro Woche, damit läuft eine erste Testphase.

  • Creative 1: Angle A + Hook 1 + Video-Format (Text-Overlay oben)
  • Creative 2: Angle A + Hook 2 + Bild-Format (Vorher/Nachher)
  • Creative 3: Angle B + Hook 1 + Carousel-Format (3 Slides, Story-Format)
  • Creative 4: Angle C + Hook 3 + Single-Image (mit großem, lesbarem Text)
  • Creative 5: Angle A + Hook 1 + Video-Format (aber andere Musik, anderes Gefühl)

Jedes dieser fünf Creatives testest du mindestens eine Woche lang (Budget: oft ~€20–50 pro Creative, je nach Markt). Dann schaust du: Welche KPI schlägt alle anderen? CPM? CTR? CPC?

Das beste Performing Creative wird deine Template. Davon machst du dann 3–5 weitere Varianten in den nächsten zwei Wochen.

Das ist nicht Zauberei. Das ist Chemie. Du testest, du lernst, du skalierst.

Schritt 5: Produktion und Brand Voice, Das wird nicht delegiert

Jetzt hast du 5–10 Creatives in der Pipeline. Wie produzierst du die ohne €5.000 Design-Budget?

Erste Antwort: Du brauchst kein großes Budget. Du brauchst Konsistenz und Brand Voice.

Was brauchst du konkret?

  • Ein Grafikprogramm (Figma, Photoshop, Canva Pro). Figma ist kostenlos oder €12/Monat und riecht nach Profis, das zählt.
  • Eine Schrift, die zu deiner Marke passt, die du überall nutzt. Eine. (Nicht drei, nicht fünf, eine. Neulinge wechseln die Schrift ständig und wirken unseriös.)
  • Ein oder zwei Farbcodes. Schwarz + deine Brand-Farbe. Punkt.
  • Echte Menschen oder deine eigenen Bilder statt Stock-Fotos. Stock wirkt abgegriffen.

Für Video-Creatives, wenn du Werbemittel produzieren willst, ohne selbst vor der Kamera zu stehen: Dein Handy + CapCut (kostenlos, Videos in 10 Minuten geschnitten) oder Claude/ChatGPT + Cursor, um die Prompts für deine AI-Video-Tools zu schreiben (Runway, Sora, ElevenLabs für Voice, keine €50/Tag Budgets, eher €5–15).

Das wichtigste: Ein Creative, das deine Brand Voice nicht hat, schadet dir. Wenn du ehrlich, direkt und ungeduldig bist, soll das auch das Creative sein. Wenn du verspielt und witzig bist, soll man das sehen.

Lass nicht andere deine Creatives machen, ohne dass du die Vorlage gibst. Es gibt einen Grund, warum Personas bei Agenturen scheitern: Die Agentur spricht nicht wie du.

Wenn du jetzt fragst: Wie skaliere ich das?

Das ist der Punkt, an dem viele zu früh wieder outsourcen. Falsch.

Genau diesen Schritt, von „ich mache Creatives für Werbung" zu „wir machen 30 pro Monat in unserer Voice", macht kaum jemand allein strukturiert. Die meisten Gründer werfen irgendwann hin und zahlen einer Agentur €3.000/Monat, die dann wieder generische Stuff ausspuckt.

Was wirklich läuft: Du baust dir einen Prozess. Du dokumentierst den Hook-Angle-Varianten-Takt, den wir gerade durchgegangen sind. Du trainierst vielleicht einen Junior (dafür brauchst du nur klare Vorlagen). Und du testest so lange, bis du weißt, welche Angle-Hook-Formate bei deiner Zielgruppe funktionieren können.

Das ist es, was wir bei Starte.ai machen, nicht allein für die Creatives, sondern rundum: Wir werten aus, was in tausenden echten Projekten läuft, leiten eine Strategie für deine Marke ab, und produzieren dann die Werbemittel + spielen sie live aus, um zu sehen, was trifft. Nach zwei bis vier Wochen weißt du oft schon deutlich mehr darüber, welche Creatives für deine Zielgruppe funktionieren könnten.

Ein erstes Strategiegespräch kostet dich nichts. Du erfährst konkret, welche Angles und Hooks in deinem Markt gerade laufen und warum.

Anfang: 4–8 pro Woche, um zu lernen. (Das sind ca. 16–32 pro Monat.) Später: 20–40, wenn du skalierst. Die Zahl ist nicht die Kunst, die Konsistenz des Testens ist die Kunst.

Anfang nur mit Bildern, wenn das Budget klein ist. Videos performen aber oft 20–40 % besser. Wenn du €50+ pro Creative ausgeben kannst, nimm mindestens 30 % Videos. Später 50/50.

Mindestens 5–7 Tage mit ~€30–50 Budget. Unter einer Woche siehst du zu viel Rauschen. Unter €30 ist die Sample Size zu klein.

Vor allem der Hook. Ein schwacher Hook bedeutet höhere CPMs (€0,80–1,50 statt €0,30–0,60 für einen guten). Der Rest, Bildqualität, Format, hilft, aber der Hook ist der Kern.

Recyceln: Ja, mit frischem Hook. Ein altes Bild mit neuem Text-Overlay kann überraschend gut performen. Aber nach 2–3 Monaten Dauerlauf brauchst du neue Grafiken, neue Einordnung, die Zielgruppe sieht das alte Creative überall und wird blind dafür.


Werbe-Creatives erstellen heißt am Ende: nicht Brainstorming und Hoffnung, sondern Marktforschung, klare Angles, getestete Hooks und die Disziplin, echte Varianten zu fahren. Der Prozess ist einfach, aber ungewöhnlich präzise. Wenn du jetzt anfängst, drei bis fünf Varianten pro Woche zu testen, kannst du in vier Wochen erste Muster erkennen, welche Angles und Formate bei deiner Zielgruppe ziehen könnten. Das ist nicht Glück. Das ist Handwerk.

Häufige Fragen

Was macht ein gutes Werbe-Creative aus?

Ein gutes Creative beantwortet die Frage deiner Zielgruppe sofort, passt zur Brand Voice und hat einen starken Hook, der zusammen mit dem Bild wirkt. Es zeigt etwas, statt es nur zu behaupten, und ist testbar in mehreren Varianten. Und jedes Creative sollte einen klaren, messbaren Job haben, etwa niedrige CPMs oder hohe CTR.

Wie viele Creative-Varianten brauche ich pro Woche?

Drei bis fünf Varianten pro Woche gelten als Standard, mit unterschiedlichem Hook, Angle oder Format. Eine typische erste Testphase für eine Kampagne läuft sogar mit rund fünf Creatives parallel. Ein einzelnes Creative, das nie variiert wird, ist eher Glücksspiel als Strategie.

Was ist ein Angle bei Werbeanzeigen?

Ein Angle ist die spezifische Perspektive, aus der du dein Angebot zeigst, zum Beispiel Schmerz plus Lösung oder ein Umdenken beim Kunden. Dasselbe Produkt lässt sich aus vielen verschiedenen Angles erzählen, und jeder spricht eine andere Sorge oder Neugier der Zielgruppe an. Deshalb führen unterschiedliche Angles auch zu ganz unterschiedlichen Creatives.

Wie finde ich gute Hooks für meine Ads?

Schau dir zuerst rund 20 Konkurrenz-Ads aus deinem Markt an und notiere, welche Hooks dich wirklich stoppen. Im Artikel werden drei bewährte Muster genannt: das Widerspruch-Hook, das Gefühl-Hook und das Zahl-Hook. Am besten schreibst du zu jedem Angle direkt drei bis fünf Hooks und testest sie gegeneinander.

Geschrieben von

Bohdan Bernatek

Gründer, Starte.ai

Gründer von Starte.ai. Hat ein Business mit über 125.000 organischen Leads und siebenstelligem Umsatz aufgebaut — und begleitet heute Gründer persönlich dabei, aus den Daten tausender echter Projekte eine Strategie für ihre eigene Marke abzuleiten und die Creatives dafür zu produzieren.

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